Melodie & Rhythmus

Aktuelle Ausgabe


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EDITORIAL

Herzerfrischende Produktivkraft

Der hochentwickelte Kapitalismus begnügt sich nicht mehr mit der Spaßgesellschaft. Im Zuge des forcierten Rechtstrends errichtet er durch seine Unterhaltungsmedien eine regelrechte Spaßdiktatur. Kaum etwas ist zu banal, zu unappetitlich, zu hetzerisch, um nicht als »witzig« durchzugehen. Besonders Minderheiten und linke Oppositionelle müssen sich heute vor denen in Acht nehmen, die ja »Nuhr mal so« einen kleinen Scherz über sie machen. weiterlesen

Magazin

StolpersteinErinnerung an Terror gegen Chinesen
Stolperstein für beinahe in Vergessenheit geratene Verfolgte des Nazi-Regimes in Hamburg-Sankt Pauli

Im bunten Lichtermeer der Sex- und Vergnügungslokale blieb eine entsetzliche Wahrheit lange verschollen: Der Naziterror hat auch in dem weltberühmten Amüsierviertel gewütet. Seit einigen Jahren gibt es immerhin eine Gedenktafel für die Bewohner einer chinesischen Kolonie, die um 1890 nördlich der Reeperbahn entstanden und rund ein halbes Jahrhundert später zerschlagen worden war. weiterlesen
Foto: Susann Witt-Stahl

»Der produktive Kampf geht weiter!«
Der Fotomonteur Jürgen Holtfreter zu Gast bei M&R

Werke von Jürgen Holtfreter haben bereits seit einem Jahr in allen Ausgaben von M&R einen festen Platz. Nun haben wir den Fotomonteur eingeladen, das Cover und sämtliche Grafiken für das vorliegende Heft mitzugestalten – sehr zu unserer Freude hat er zugesagt. weiterlesen

Eingehüllt in Musik und Poesie
Die Liedermacher Tobias Thiele und Nicolás Miquea beim ­Longina-Festival in Kuba

Im Jahre 1918 sang der kubanische Musiker Manuel Corona erstmals sein Lied »Longina«. Damals konnte er nicht ahnen, dass ein Jahrhundert später ein Festival danach benannt werden würde. Seit 24 Jahren kommen in Santa Clara, einer Stadt mit rund 240.000 Einwohnern in Zentralkuba, jeden Januar für fünf Tage junge Liedermacher beim Longina-Festival zusammen – neben der Jornada de la canción política (Tag des politischen Liedes), die seit 43 Jahren in Guantánamo stattfindet, eine der wichtigsten regelmäßigen Zusammenkünfte der Trovadores außerhalb von Havanna. weiterlesen

KUNST & KÜNSTLER

Lustvoll gegen Gedankenfaulheit
Claus von Wagner über geahnte und ungeahnte Möglichkeiten von Kabarett und Satire
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M&R traf Claus von Wagner vor einem Auftritt in Leipzig und sprach mit ihm über die Freude am Angriff, Fluch und Segen der Satire als Kunstform – und seine Gründe, auch angesichts des totalen Marktes den Humor nicht zu verlieren.

Herr von Wagner, dem Bayerischen Rundfunk haben Sie einmal verraten, dass Sie mit Kabarett und Satire angefangen haben, um sich zu wehren. Tun Sie das immer noch, oder greifen Sie jetzt an?
Beides! Erst einmal ist es ein Privileg, mit dem Kabarett eine Plattform zu haben, über die man auch mal zivilisiert austeilen kann. weiterlesen
Foto: Brikettfilm

In der Dunkelphase
Bettina Böhler dokumentiert mit einem Montagefilm das Schaffen von Christoph Schlingensief in seiner ganzen Bandbreite

Bettina Böhler feierte mit »Schlingensief − In das Schweigen hineinschreien« auf der diesjährigen Berlinale Premiere. M&R sprach mit der renommierten Filmeditorin über ihr neues Werk sowie ihre Arbeit und Zusammenarbeit mit dem 2010 im Alter von nur 49 Jahren verstorbenen Theater- und Filmregisseur. weiterlesen

00016»Aufklärung ist nötiger denn je«
Serdar Somuncu über sein neues Kabarettprogramm »GröHaZ – der größte Hassias aller Zeiten«

Genderdebatten, Klimapolitik oder Social Media − Serdar Somuncu nimmt alles, was die Gemüter bewegt, pöbelnd auseinander. Bekannt wurde er mit Lesungen aus »Mein Kampf«; von 2010 bis 2013 zog er mit seinem »Hassprediger«-Programm durch die Lande. Jetzt ist er zurück – als »größter Hassias aller Zeiten«. M&R sprach mit dem Kabarettisten über die Wirkung seiner Kunstfiguren und die Grenzen von Comedy und Provokation. weiterlesen
Foto: Paul Schirnhofer

TITELTHEMA: HUMOR & SATIRE

Nicht nur lachen, sondern besser wissen
Agitation, Aufklärung, Erkenntnis und Ideologie – Aspekte des Humors als Waffe (der Kritik)

Das Leben in einem Land ohne Humor sei unerträglich. Noch unerträglicher sei ein Land, das des Humors bedürfe. Diese Einsicht von Bert Brecht muss seit dem vorläufigen Sieg der neoliberalen Konterrevolution auf die ganze Welt übertragen werden. Vor allem die antikapitalistische Linke braucht Humor im Kampf um die Köpfe und Herzen wie die Luft zum Atmen. weiterlesen

Die Komik der Entfremdung
Bert Brecht ließ vor rund 80 Jahren den Klassenkampf im meist besoffenen Kopf eines Mannes wüten. Die Komödie »Herr Puntila und sein Knecht Matti« reizt noch heute zum befreienden Lachen

Am 6. September 1940 notierte Brecht: »tief im PUNTILA. das ganze beruht auf einem tonfall. es macht mir viel vergnügen. die engländer und franzosen haben nach dem 17. jahrhundert nur noch die komödie, die deutschen haben sie im 19. jahrhundert noch nicht.« weiterlesen

Das Ministerium der nicht komischen politischen Witze
Monty Pythons gnadenlose Diagnosen der bürgerlichen Rohheit in der britischen Gesellschaft und des Versagens der Linken sind erschütternd aktuell

Ein Witz ist am lustigsten, wenn man ihn das erste Mal hört. Wenn er zu einem geflügelten Wort wird, gibt es nie den Moment, in dem man ihn zum ersten Mal erzählt bekommt. Ist die Überraschung vorüber, bleibt nur noch die Nachahmung. weiterlesen

WERKE

MuseumHumorHaus des Lachens
Das Museo del Humor in Kuba bietet außergewöhnliche Sammlungen der grafischen Satire

Seit 1979 präsentiert das Museo del Humor in San Antonio de los Baños, 35 Kilometer von Kubas Hauptstadt Havanna entfernt, nationale und internationale Werkschauen für grafischen Humor. M&R sprach mit der Leiterin, Isel Chacón Díaz, über die Geschichte und die Besonderheiten des Museums sowie über die von ihm ins Leben gerufene Internationale Biennale und die Auswirkungen des US-Embargos auf die Kunst- und Kulturproduktion in Kuba. weiterlesen
Illustration: Yoemnis Batista del Toro

KRITIK & REFLEXION

Die Stürme der Geschichte überstehen
Ein einzigartiges bolivianisches Orchester führt experimentelle und Neue Musik mit indigenen Instrumenten auf
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Das Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos (OEIN) eröffnet das Maerz­Musik-Festival 2020 in Berlin. M&R sprach mit seinem Direktor Carlos Gutiérrez über den einzigartigen Klangkörper, der dieses Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert, und die Bedeutung der Kultur der Mestizos in Bolivien. weiterlesen
Foto: OEIN

Kolumne Klassendramatik: Wie Meer ohne Wasser
20 Jahre »Postdramatisches Theater« von Hans-Thies Lehmann

Immer wenn ich eine postdramatische Aufführung besuche, ergreift mich ein eigenartiger Verdacht. Habe ich mich verlaufen? Ich sehe kuriose Bewegungen, etwas zwischen Geste und Tanz, aber doch nichts von beidem. Dann höre ich einen gekauderwelschten Text in einem Atemzug runtergerattert. weiterlesen

POLITISCHE KULTUR & ZEITGEIST

00036Der ausgelagerte Vortrupp
Über die historische, ideologische und finanzielle Basis der AfD und die Radikalisierung im deutschen Bürgertum

Die Investitionen betuchter deutscher Bürger in die AfD haben sich gelohnt: Rassistische Ideologie breitet sich in der Bundesrepublik aus, und die CDU, die mittels der AfD zu einem autoritären Kurs gezwungen werden sollte, steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. weiterlesen
Fotos: DPA / Kay Nietfeld / DPA (Montage)

Revolutionär, Außenseiter, Märtyrer
Zur produktiven Rezeption des Dichters bei Peter Weiss und in der DDR

Hölderlin (1770−1843) war ein Dichter, der seine Zeitgenossen begeisterte und verwirrte. Mehr als ein halbes Jahrhundert nahezu vergessen, gilt er heute als einer der größten poetischen Visionäre der europäischen Literatur. Hölderlin war ein Dichter der Ideen und sein lyrischer Stil abstrakt. Sein »Werther« ist der Roman »Hyperion«. Von 1806 bis zu seinem Tod lebte Hölderlin in geistiger Umnachtung vereinsamt in Tübingen. In dieser Zeit hat er unter anderem das Gedicht »Hälfte des Lebens« geschrieben, das sich durch intensive Bildhaftigkeit auszeichnet. weiterlesen

00043Wie die Söhne Israels nach Kanaan kamen …
Jüdische Witze und Satire − von der Selbstironie bis zur Adaption antisemitischer Klischees

Die Frage, ob es einen spezifisch jüdischen Humor gibt, beschäftigt die Forschung seit Langem. Es ist klar, dass es Witze von und über Juden gibt, auch den sogenannten Judenwitz − aber ist der sich in ihnen manifestierende Humor spezifisch jüdisch? weiterlesen
Foto: Reuters / Nir Elias

STANDPUNKTE

00044Realsatire – oder was?
Kolumne von Henning Venske

Der Russe hat Schuld. An allem. Das weiß man. Der Russe ist verantwortlich für den Tod Jesu, den Dreißigjährigen Krieg, die Pest und die Deutsche Bahn. Der Russe hat die Völkerwanderung und den Untergang von Atlantis verursacht, er hat das World Trade Center in New York nachhaltig destabilisiert, den Iran gegründet, er hat sich in Leipzig-Connewitz eingenistet, Adolf Hitler überfallen und das Hamburger Polizeigesetz entworfen. weiterlesen
Foto: Frank Koschembar

»Take it easy«
Gespräch mit Terry Eagleton über die Dialektik des Humors im politischen Kampf und das trügerische Lachen der herrschenden Klasse

Agenda Aufklärung wider den reaktionären Zeitgeist. Wir geben uns die Ehre und laden Künstler und Intellektuelle zum Kritischen Duett mit der M&R-Redaktion über ein aktuelles Thema. weiterlesen

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